9. April: 1. Liga nach verlorenem Final Vize-Meister

Gossau holte sich mit dem Sieg in der Verlängerung den nötigen zweiten Erfolg in der Finalserie. Cazis kämpfte sich zwar nach grossem Rückstand heroisch zurück ins Spiel, verpasste es aber, ein drittes Spiel zu erzwingen.

16:15 nach Verlängerung gewann Cevi Gossau das zweite Finalspiel in Maienfeld und feierte damit den achten Meistertitel in den letzten elf Jahren. Eine beeindruckende Bilanz. Der UHC Blau-Gelb Cazis strebte den ersten Titelgewinn der Vereinsgeschichte an, verpasste diesen aber erneut. Das Resultat lässt darauf hindeuten, dass es eine enge Partie war. Das stimmt aber nur bedingt. Denn das Spiel war nach 31 Minuten beim Stand von 2:10 eigentlich zu Gunsten der Zürcher entschieden. Sie waren überlegen, bei den Bündnern ging gar nichts. Cevi beeindruckte wieder einmal in einem wichtigen Spiel mit einer magistralen Effizienz, verteidigte zudem so kompakt, dass die Bündner kaum zu Chancen kamen. Schon nach 20 Minuten hatte es 1:6 gestanden, nach der ersten Pause nahm das Debakel für das Heimteam seinen Lauf.

Ausgleich eine Minute vor Schluss

Was in den letzten knapp 29 Minuten der regulären Spielzeit folgte, war beeindruckend und hat es in diesem Ausmass noch nicht oft gegeben: Die Gastgeber ersetzten bei jeder sich bietenden Gelegenheit, also immer bei Ballbesitz, den Torhüter durch einen vierten Feldspieler. So stand es kurz vor der zweiten Pause noch 6:10. Weil die Zürcher dann aber noch zweimal erfolgreich konterten, schien das Spiel zur zweiten Pause beim Stand von 6:12 immer noch entschieden. Cazis gab aber immer noch nicht auf und glaubte an seine kleine Chance. Bis zur 52. Minute konnte Gossau die Führung dank drei Treffern ins verlassene Bündner Tor einigermassen halten, 10:15 stand es da. Aber die Einheimischen griffen weiter an, und sie erhielten nun keinen Gegentreffer mehr. So schmolz der Gossauer Vorsprung wie aktuell der Schnee in den Bündner Bergen, und eine Minute vor Schluss fiel der Ausgleich. Die Turnhalle Lust bebte – und Cevi wankte. Blau-Gelb nahm den Torhüter auch bei Gleichstand gleich wieder raus und erzielte in der Schlusssekunde beinahe den Siegestreffer, doch der Ball blieb auf der Linie kleben, respektive wurde dort vom Zürcher Torhüter gestoppt. Weil Gossau das erste Bully in der Verlängerung gewann und den Ball in der Folge nicht mehr hergab, konnte Cazis nicht mehr weiterstürmen. Und nach 86 Sekunden in der Verlängerung erzielten die Zürcher den Siegtreffer.

Abwehr schwächelte im Final

Die Niederlage am Ende schmerzte, weil eine Niederlage in der Verlängerung immer schmerzt. Über die ganzen 60 Minuten gesehen – vor allem auf Grund des Gezeigten im Spiel 3 gegen 3, waren die Zürcher aber der verdiente Sieger. Cevi spielte nahe am Optimum und verdiente sich so den Meistertitel. Die Bündner ärgert, dass sie im Final nicht mehr ganz an die souveränen Halbfinalleistungen gegen Kappelen anknüpfen konnten. Fairerweise muss aber auch erwähnt werden, dass sich Gossau sehr gut auf den Gegner eingestellt und selber zwei Topleistungen abgerufen hatte. Die Zürcher verloren keine Playoff-Partie und sind gewiss ein verdienter Meister. Mit etwas Abstand wird Blau-Gelb stolz auf die Saison und den Vize-Meistertitel sein. Nach einer eher durchzogenen Qualifikation und dem unnötigen Cup-Ausscheiden schon im Viertelfinal steigerte sich das Team in den Playoffs enorm, die bunt zusammengewürfelte Truppe trat als Einheit auf und verteidigte im Viertel- wie auch im Halbfinal sehr stark. Dass das offensive Talent ausreicht, um die nötigen Tore zu schiessen, war da keine Überraschung. Im Final schwächelte dann die Abwehr, in Spiel zwei noch bedeutend stärker als in Spiel eins. Mit der beeindruckenden Aufholjagd wurde die intakte Moral und das grosse Offensive Talent im Team demonstriert und noch einmal ein begeisterndes Spiel geboten. Dass dies nicht mit einer dritten Partie belohnt wurde, war auch darauf zurückzuführen, dass Gossau in der Verlängerung noch einmal seine Stärke demonstrierte.

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