20. Jan.: Bittere Cup-Niederlage gegen Gossau

19.01.2014 in Uster ZH (Berufsschule), Liga-Cup 1/2-Finale

10:12 (3:4, 3:4, 4:4) vs. UHCevi Gossau

Auf ganz bittere Art und Weise musste Cazis im Liga-Cup Halbfinale die Segel streichen. Mit 10:12 verloren die Bündner das Spiel gegen das absolute Top Team der Kleinfeldszene UHCevi Gossau. Allerdings wäre auch ein Sieg der Cazner mehr als verdient gewesen. Ja um es genau auszudrücken: Der Sieg wurde den Bündnern auf dem Silbertablett serviert. 9:9 stand es 2:30 vor dem Ende der Partie und Gossau kassierte eine Zweiminuten-Strafe. Anstatt das 10:9 zu erzielen, erhielt Cazis unglaubliche zwei Tore in Unterzahl und verschenkte so die Cup-Finalteilnahme auf äusserst bittere Art und Weise. Es wäre zu schön gewesen, gemeinsam mit Piranha Chur und Alligator Malans die Bündner-Fahne im Wankdorf in Bern hochzuhalten.

Bericht Gossau (von Experte Martin Keller): http://www.uhcevigossau.ch/news/das-wolfsrudel-vom-heinzenberg-nach-hartem-kampf-erlegt

1. Drittel: Viele Zuschauer hatten ihre Plätze bezogen und sorgten für Stimmung. Unter ihnen auch erstaunlich viele, welche auf einen Cazner-Sieg hofften (herzlichen Dank für die Unterstützung).
Nach einem konzentrierten Warm-up startete Marc Preisig die Partie. Gossau machte sofort Dampf und ging bis zur 4. Minute mit 3:0 in Führung. So mancher auf der Tribüne sah eine einseitige Partie auf sie zukommen. Die Cazner jedoch wussten, dass die Partie noch lange gehen würde. So konnte man mit einem Doppelschlag in der 18. Minute auf 3:4 verkürzen. Alles lief nach Plan und auch das Momentum drehte auf Seiten der Bündner.

2. Drittel: Die Heinzenberger konnten in Überzahl starten, vermochten jedoch keinen Treffer zu erzielen. In dieser Phase kam auch die Unihockey-Legende Tom Engel zu seinem Debut bei Cazis. Engel ist noch immer Rekord-Internationaler und gilt als Rot-Weiss-Legende. Er war auch lange Zeit Captain der Schweizer Nationalmannschaft. Ziel war es, die Gossauer mit dieser Aktion zu überraschen, weiss man doch, dass sie sich immer sehr akribisch auf ihre Aufgaben vorbereiten. Engel fügte sich hervorragend ins starke Kollektiv ein und überzeugte in einigen Aktionen. Diese Einwechslung schien bei beiden Teams einiges zu bewirken, denn Cazis diktierte von nun an das Spiel. Gossau hatte nur noch selten denn Ball und begann zu hadern. Durch einen Doppelschlag von Kevin Hardegger ging Cazis auch in Führung. Gossau glich aus, was Capatt mit der erneuten Führung für die Bündner beantworte. In dieser Phase liessen die Blau-Gelben zu viele Chancen aus. Und ein Phrasenschwein-Satz kam zur Geltung (Wer die Tore nicht erzielt…). Gossau erzielte aus dem Nichts äusserst glückliche Tore. 6:8 stand es für Gossau, was sicherlich nicht das Spielgeschehen in diesem Drittel widerspiegelte.

3. Drittel: Mit einem Zweitore-Rückstand ging es ins letzte Drittel. Der starke Michael Bebi erzielte im ersten Einsatz den Anschlusstreffer, ehe Gossau einen Penalty zugesprochen erhielt, welcher auch souverän verwertet wurde. Engel war noch immer für etwa 1:30  auf der Strafbank und manch einer sah die Entscheidung nahen. Doch die Bündner überstanden diese Unterzahl ohne weiteres Gegentor. Die Bündner versuchten mit zwei Blöcken gegen die ballsicheren Zürcher zum Erfolg zu kommen. Dies gelang hervorragend und nach Toren von Bruno Koch und Roger Stegmann war die Partie ausgeglichen. 9:9 stand es, noch 2:30 zu spielen. Gossau erhielt eine Strafe wegen Wechselfehler. Und hier entschied sich die Partie. Nach einem Freistoss (warum nicht Bully, 5.3/10?) für Gossau erzielten nur zwei Feldspieler gegen drei Bündner einen Shorthander. Anstatt 10:9 stand es nun 9:10 aus Sicht der Cazner. Doch man hatte noch fast zwei Minuten Überzahl zu Gute. Cazis drückte, spielte ein gutes Powerplay. Ein Prellball landete glücklich bei einem Zürcher, welcher aus vollem Tempo den zweiten Shorthander erzielte. Das durfte doch nicht wahr sein. Nun, immerhin konnte Cazis mit vier gegen zwei Feldspielern nochmals einen Treffer erzielen (Tom Engel traf nach einem Querpass) und es blieb noch etwas Zeit, mit 4 Feldspielern zu agieren. Der Druck war hoch, der Ball lief gut, jedoch fehlten die zwingenden Abschlüsse. An der Bande wurde ein Ball von Gossau abgefangen und ins leere Tor der Cazner befördert. Die Entscheidung in diesem Spiel. Gossaus Jubel hielt keine Grenzen und die Träume vom Wankdorf in Bern für die Bündner platzten.

Fazit: Viel bitterer kann eine Niederlage kaum sein. Der gesamte Gameplan stimmte, man dominierte zeitweise das grosse Gossau. Nicht etwa, weil Gossau einen schwachen Tag einzog, nein, weil Cazis sehr viel Qualität auf den Platz brachte. Gossau ist einfach in solchen Spielen etwas erfahrener und vielleicht auch cleverer. An diesem Tag womöglich auch glücklicher.
Dennoch darf man im Bündnerland stolz sein auf den Cazner Auftritt. Mit solchen Leistungen ist in dieser Saison noch einiges möglich. Die Chemie stimmt im Team, die Mischung zwischen Indianern und Häuptlingen stimmt, der Hunger riessig und die Möglichkeiten – sofern weiter gearbeitet wird – enorm. Cazis will auf jeden Fall in dieser Saison noch mindestens zwei Mal über die 3×20 Minuten effektive Spielzeit gehen gegen Cevi Gossau…
Gossau bleibt weiterhin das Team, welches es zu schlagen gilt. Sie sind extrem stark, haben gute Läufer, sind technisch und taktisch brillant. Man darf gespannt sein, wer das weisse Ballett in dieser Saison richtig Fordern kann. Cazis hat sich für diese Rolle empfohlen und hat einen Rückkampf verdient. Ob sie diesen erhalten, liegt in den Händen der Blau-Gelben.
Ein grosses Dankeschön auch an den hervorragenden Schiedsrichter Marc Preisig. Es war eine sehr schwere Partie, da beide Teams erbittert kämpften. Preisig trug viel dazu bei, dass es eine auch für die Zuschauer tolle Partie gab. So macht Unihockey Spass!

 

Aufstellung:
Torhüter: Lars Calörtscher, Adrian Koch
Feldspieler: Daniel Fausch, Adrian Capatt, Kevin Hardegger, Stefan Neuhaus, Michael Bebi, Patric Werthan, Bruno Koch, Roger Stegmann, Björn Söderberg, Thomas Engel (Debut für Cazis), Patrik Rageth
Abwesend: Mario Vaerini, Harri Lind, Mirco Schatz, Claudio Nold

Coaching-Staff: Stefan Neuhaus, Hanspeter Günther, Mirco Schatz, Adrian Capatt, Björn Söderberg, Ueli Marugg (verletzt)

 

UHCevi Gossau – UHC Blau-Gelb Cazis 12:10 (4:3, 4:3, 4:4)
Gewerbliche Berufsschule, Uster. 200 Zuschauer. SR Marc Preisig.
Tore: 2. Vollenweider (B. Widmer) 1:0, 3. B. Widmer (Vollenweider) 2:0, 4. Keller (Vollenweider) 3:0, 10. Bebi 3:1, 13. L. Widmer (Bücheler) 4:1, 18. Hardegger 4:2, 18. Koch 4:3;
25. Hardegger (Capatt) 4:4, 28. Hardegger (Capatt) 4:5, 32. L. Widmer (Bücheler) 5:5, 33. Capatt 5:6, 33. Hürlimann (Bücheler) 6:6, 35. Bücheler (Wintsch) 7:6, 38. L. Widmer (Bücheler) 8:6;
41. Bebi (Fausch) 8:7, 44. Vollenweider 9:7 (Penalty), 52. Koch (Bebi) 9:8, 53. Stegmann (Capatt) 9:9, 57. Bücheler (Vollenweider) 10:9 (BP Gossau!), 58. Walther 11:9 (BP Gossau!), 59. Engel (Bebi) 11:10 (PP), 60. (59:45) Walther 12:10.
Strafen: UHCevi Gossau 3-mal 2 Minuten., Cazis 3-mal 2 Minuten.
UHCevi Gossau: Bieri; Hürlimann, Bücheler, L. Widmer; Vollenweider, Keller, B. Widmer; d’Hooghe, Wintsch, Walther; Leimbacher, Baumgartner.
UHC Blau-Gelb Cazis: Calörtscher (ab 13. A. Koch); Capatt, Stegmann, Hardegger (ab 41. Rageth); Bebi, Koch, Fausch; Söderberg, Werthan (ab 21. Engel), Neuhaus.
Bemerkungen: UHCevi Gossau ohne Diener (überzählig). Zelleroni Bestplayers: Adrian Capatt und James Bücheler. Debut bei Cazis vom ehemaligen Nati-Captain und Weltrekord-Internationaleen Tom Engel. 56:36 Time-Out Cazis
Tom Engel
Zeigte einen starken Einstand auf dem Kleinfeld: Unihockey-Legende Tom Engel, hier als ehemaliger Nati-Captain gegen Finnland.
Tom hat es gut gefallen. Ob er allerdings wieder das Cazner Trikot anzieht, steht in den Sternen. Er war vom hohen Tempo und der Qualität des Spiels positiv überrascht. Ein gutes Zeichen fürs Kleinfeld-Unihockey.